Reitwege in Nordstormarn - Konflikte vorprogrammiert?


Freitag, 30. Januar 2015, 19.00 Uhr Herrenhaus


Schleswig-Holstein ist ein Pferdeland und weist mit 33 Pferden pro 1.000 Einwohner die höchste Pferdedichte in ganz Deutschland auf. Das Reiten in der Landschaft macht vielen Spaß, jedoch ist es nicht einfach, die richtigen Reitwege zu finden. Das Stormarner Reitwegenetz ist vielen nicht bekannt, es hat jede Menge Lücken und ist auch nicht besonders attraktiv. Deshalb kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen Reitern, Landwirten, Jägern, Spaziergängern und anderen Verkehrsteilnehmern auf den Straßen und Wegen.

Nicht alle Teile der freien Natur sind fur jedermann frei zugänglich: Landwirte und Waldbesitzer haben berechtigte Interessen und auch der Naturschutz erfordert manchmal, einzelne Flächen von Störungen freizuhalten.

Dr. Christiane Müller vom Pferdesportverband Schleswig-Holstein e. V. wird zusammen mit der Landschaftsplanerin Dr. Deike Timmermann, Kiel, das Reitwegekonzept und das „Landnutzungsrecht für Reiter“ vorstellen. Außerdem werden sie aufzeigen, wie die Realität aus Sicht der verschiedenen Beteiligten aussieht.

Reiter, Jäger, Landwirte, Naturschützer und Interessierte konnen sich über die Situation der Reitwege in Westerau und Nordstormarn informieren. Es gibt die Möglichkeit, miteinander nach Lösungen fur ein sinnvolles Nebeneinander in der Natur zu diskutieren.

Eintritt frei, um Anmeldung wird gebeten (foelt@  ti.bund.  de)

Ergebnis: Es war ein Experiment, sich mal einem anderen Thema und anderen Zielgruppen zu widmen. Und: es war ein großer Erfolg, dass an einem dunklen und nassen Wintertag mit 70 Personen doppelt so viele wie geplant nach Trenthorst gekommen sind, um über Reitwege zu diskutieren. Es wurde vereinbart, dass die Wege in Nordstormarn besser strukturiert und geplant werden, so dass auch die Reiter wissen, wo sie reiten können. Es wurde aber auch klar, dass die ReiterInnen sich angemessen verhalten sollen. Kleine Mikro-Lösungen erscheinen da erst einmal sinnvoll, die sich dann aber mit anderen Mikro-Lösungen zu einem großflächigeren Reitwegenetz vereinen. Dieses erfordert zunächst einmal Engagement von den ReiterInnen. Am Beispiel der Liegenschaft "Trenthorst" sollen lokale Reitinteressierte (am besten organisiert), Betriebsleitung, Jäger und Forschung versuchen einen Kompromis zu finden. Ziel ist es dann beim Reitwegeplan für die Liegenschaft: alle wissen was vereinbart wurde, es gibt keinen Streit, keine Bedrohungen und Anzeigen, ReiterInnen tragen Nummern (Helmnummern). Lokale ReitInteressierte sind willkommen, wenn der "Stall", in dem ihre Pferde stehen, sich ebenfalls am Reitwegenetz beteiligen. Das Institut lehnt es ab, alleine Reitwege zur Verfügung zu stellen, wenn sich die "Unterstell-Betriebe", die Fläche haben, nicht beteiligen. So lange das Konzept nicht vereinbart ist, sind die Wege und Flächen der Liegenschaft Trenthorst nicht für ReiterInnen freigegeben.

Mal sehen, was dabei herauskommt.